Süß und vielseitig: Zuckerrohrmelasse

Sie wird „schwarzes Wunder“ oder gar „schwarzes Gold“ genannt und ist eigentlich ein Abfallprodukt. Die Rede ist von Zuckerrohrmelasse, die für vielfältige Zwecke in Haushalt und Naturapotheke verwendet werden kann. Welche das sind und was es sonst noch Wissenswertes über den dunklen Zuckersirup zu erfahren gibt – der folgende Überblick klärt auf.

Wie wird Zuckerrohrmelasse gewonnen?
Melasse ist ein Nebenprodukt der Zuckerproduktion. Die Herstellung von Rohrzucker ist ein mehrstufiges Verfahren, bei dem Zuckerrohr immer weiter verkocht und zentrifugiert wird, um Zuckerkristalle zu isolieren.

Die Masse, anfänglich noch hell, wird bei diesem wiederholten Kochprozess immer dunkler. Nach der letzten Kochstufe schliesslich bleibt ein schwarz-brauner Sirup als Abprodukt zurück. Dieser besitzt einen süsslich-bitteren, lakritzartigen Geschmack und wird Melasse genannt.

„Melasse“ – abgeleitet vom französisch-spanischen Lehnwort „Miel“ für Honig.

Und genau wie Honig, ist auch Zuckerrohrmelasse trotz ihrer Süsse durchaus gesund!

Mehr als Zucker: Was ist in Melasse enthalten?
Auch nach der Extraktion der Rohrzuckerkristalle hat Melasse noch einen Zuckergehalt von rund 50 Prozent. Dieser sorgt für den angenehmen, fein-süssen Geschmack. Wirklich interessant aber wird die Zuckerrohrmelasse durch ihre sonstigen Inhaltsstoffe. Dazu gehören wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe, Eiweiss, Mineralien und Vitamine.

Nennenswert sind hier beispielsweise die Vitamine des B-Komplexes: die Vitamine B1, B2, B6 sowie Pantothensäure, Folsäure und Biotin. An Mineralien und Spurenelementen sind enthalten Eisen, Chrom, Kalium, Kalzium, Kupfer, Magnesium, Mangan, Phosphorsäure, Selen und Zink.

Welche Heilwirkungen der Melasse ergeben sich daraus?

  • Die sekundären Pflanzenstoffe sowie die natürlichen Farb- und Geschmacksstoffe wirken entzündungshemmend, antimikrobiell und antioxidativ. Sie fangen also freie Radikale und tragen so zum Schutz vor Krebskrankheiten bei.
  • Der Vitamin-B-Komplex ist ebenfalls elementar für die Gesunderhaltung unseres Körpers.
    • B-Vitamine aktivieren die Verstoffwechselung von Kohlenhydraten und Fetten.
    • Sie sind essenziell für die Gesundheit von Schleimhäuten und Haut.
    • Sie unterstützen das zentrale Nervensystem.
    • Sie beugen Eisenmangel und Blutarmut vor.
    • Sie sind Grundlage des kindlichen Wachstums. Melasse wird darum gern für schwangere Frauen, stillende Mütter und Kinder empfohlen.
  • Melasse aus Zuckerrohr hilft aber auch bei Verdauungsstörungen und Erkrankungen der Gelenke.
  • Anders als reiner Zucker wirkt Melasse basisch. Sie beugt so einer Übersäuerung des Körpers vor.

Wozu wird Zuckerrohrmelasse verwendet?
Äussere Anwendung:

Bei Wunden, Verletzungen und Hauterkrankungen können Melasse-Umschläge die Heilung unterstützen.

Kosmetisch wird die Melasse-Maske zur Pflege und Entspannung der Gesichtshaut genutzt.

Verzehr:
Gesundheitsbewusste Menschen setzen Melasse aus Zuckerrohr gern als Alternative zu raffiniertem Industriezucker ein. Süssungsmittel für den Tee, Geschmacksgeber in Müsli oder Joghurt – überall hier lässt sich das schwarze Gold verwenden. Schmackhaft ist der Sirup auch als Schlaftrunk, eingerührt in heisse Milch.

Selbst beim Kochen und Backen ist Melasse eine gute Wahl. Hier sind es vor allem kräftige und aromatische Speisen, zu denen ein Schuss Melasse sehr gut passt – beispielsweise würzige Lebkuchen, herzhaftes Brot, knackiges Vollkorngebäck und dunkle Saucen oder Marinaden.

Um die Wirkstoffe der Melasse besser aufnehmen zu können, sollten Sie den braunen Sirup am besten mit etwas Zitronensaft oder Orangensaft geniessen. Ein Glas heisses Wasser, ein Löffel Melasse und ein Schuss Zitronensaft: Fertig ist der wärmende Trunk für kalte Tage.

Melasse ist in Naturkostläden und Reformhäusern erhältlich oder online hier.

Die Lagerung bei 10 bis 18 Grad ist für Melasse ideal.

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